Inhalt

Starkregenvorsorge

Thema: Starkregen I

Die Starkregenereignisse in einzelnen eng begrenzten Gebieten von Bayern, NRW und Rheinland-Pfalz haben eindrucksvoll gezeigt, welche Zerstörungskraft Wasser besitzt.
Starkregenereignisse gab es schon immer- schon lange bevor das Wort „Klimawandel“ in aller Munde war. Wir werden uns damit abfinden müssen, dass solche Ereignisse ebenso wie lange Trockenperioden häufiger auftreten werden. Wenn sich solche Wassermengen auf Dachflächen und versiegelte Flächen im privaten wie im öffentlichen Bereich ergießen, kann das Kanalnetz – sei es noch so gut ausgebaut- gar nicht alles fassen und schnell genug ableiten. Auch die Bäche, die das Regenwasser aufnehmen, kommen an ihre Leistungsgrenzen und treten über die Ufer. Sind sie begradigt, erhöht dies die Fließgeschwindigkeit und damit die Kraft des Wassers. Alles, was dann im Weg ist, wird mitgerissen. Am schlimmsten trifft es dann die, die direkt am Wasser leben, von ihm umfangen sind oder am Unterlauf der Gewässer zuhause sind.

Jeder ist aufgerufen, zur dezentralen Wasserrückhaltung beizutragen.
Fangen Sie Regenwasser auf – anhand von Zisternen, Regenwassertanks, Versickerungsmulden oder die Verwendung eines Regensammlers („Regendieb“).
Nutzen Sie Regenwasser im Haushalt für WC oder Waschmaschine. Trinkwasser ist viel zu schade, um es die Toilette hinunter zu spülen.

Thema: Starkregen II

Nach dem Starkregenereignis 2004 wurde in der VG Deidesheim ein Hochwasserschutzkonzept erstellt, das Maßnahmen in den Gemarkungen von Deidesheim, Forst und Ruppertsberg vorsah.
Dabei handelte es sich um Maßnahmen wie Volumenanpassung von Regenrückhaltebecken, Maßnahmen zur Verbesserung der Wegeentwässerung, Schaffung von Entwässerungsrinnen  oder die Entlastung des Neuen Weinbachs durch einen Abschlag  zur Marlach. Weiterhin wurde die Entwässerung der K 10 im Rahmen der Umbaumaßnahme am Diedel verbessert, Wirtschaftswege modelliert und neue Regenrückhaltebecken geschaffen.
Dies alles hat einiges an Zeit und finanziellen Mitteln in Anspruch genommen, zeigt aber im Falle von Starkregenereignissen Wirkung. Allerdings wurden manche der von einem Ingenieurbüro vorgeschlagenen Maßnahmen bislang noch nicht umgesetzt – teilweise auch deshalb, weil die aufzubringenden finanziellen Mittel recht hoch wären.
Da diese Maßnahmen als örtlicher Hochwasserschutz gelten, werden sie nicht vom Land gefördert - obwohl sie sich letztlich auf die Wasserführung unserer Bäche und damit indirekt auch auf die Unterlieger auswirken. Denn: je mehr Wasser am Ort der Entstehung zurückgehalten wird, umso weniger kommt bei den Unterliegern der Bäche und Flüsse an.